Die Entwicklung der „Neuen Rechten“ in der Bundesrepublik seit den späten 1960er Jahren markiert einen strategischen Wandel von parlamentarischer Erfolglosigkeit hin zur gezielten kulturellen Hegemonie. Nach dem Scheitern der NPD bei der Bundestagswahl 1969 suchten rechte Akteure nach Wegen, den gesellschaftlichen Einfluss der 68er-Bewegung zu spiegeln. Konzepte wie der Ethnopluralismus dienten dabei als intellektuelles Vehikel, um nationalistische Grundannahmen anschlussfähiger zu gestalten und sich vom Makel des Nationalsozialismus zu distanzieren. Durch informelle Netzwerke, etwa um Armin Mohler und die Siemens-Stiftung, sowie die Gründung der Wochenzeitung *Junge Freiheit* im Jahr 1986, versuchte das rechte Lager, ein eigenes Milieu zu bilden, das die Union von rechts unter Druck setzen sollte. Diese Phase war geprägt von Zersplitterung, aber auch von dem Versuch, durch eine „geistig-moralische Wende“ eine neue, identitätspolitische Basis für eine langfristige politische Repräsentation zu schaffen.
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