Die deutsche Rechte bewältigte die Niederlage des Nationalsozialismus durch eine intellektuelle Neuausrichtung, die den Bruch mit der NS-Vergangenheit primär über theoretische Abstraktion vollzog. Denker wie Armin Mohler und Arnold Gehlen etablierten Begriffe wie „konservative Revolution“ und „Institutionenlehre“, um rechtes Denken von der direkten Assoziation mit Hitler zu lösen und in die Bundesrepublik zu überführen. Während politische Versuche wie die NPD durch ihre offene Nähe zum Nationalsozialismus und paramilitärische Gewalt scheiterten, boten Konzepte des „dritten Weges“ und der „nationalen Neutralität“ – etwa durch Otto Strasser – alternative Anknüpfungspunkte. Diese ideologische Arbeit im Hintergrund legte das Fundament für die spätere „Neue Rechte“, indem sie die Grundpfeiler völkisch-nationalistischer Weltanschauungen – wie Kulturpessimismus, Anti-Egalitarismus und die Ablehnung liberaler Fortschrittsvorstellungen – in ein bürgerlich anschlussfähiges Gewand kleidete, um die Ideologie langfristig über ihre historische Niederlage hinweg zu retten.
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