Die Neue Rechte in Deutschland hat sich seit der Wiedervereinigung durch eine gezielte metapolitische Strategie radikalisiert und professionalisiert. Ausgehend von der Ablehnung linker Utopien etablierten Akteure wie Götz Kubitschek und das Institut für Staatspolitik eine intellektuelle Infrastruktur, die darauf abzielt, den gesellschaftlichen Diskurs durch Provokation und die Etablierung illiberaler Elemente zu verschieben. Zentrale Instrumente waren dabei der Kampf um die Deutungshoheit der Geschichte, etwa bei der Wehrmachtsausstellung, sowie die Ausbildung rechter Kader. Während direkte Parteipolitik zunächst zweitrangig blieb, fungierten öffentliche Debatten, wie jene um Thilo Sarrazins Thesen, als Katalysator, um zuvor tabuisierte Positionen in die bürgerliche Mitte zu tragen. Diese Entwicklung markiert den Übergang von einer isolierten Nische hin zu einer wirkmächtigen Bewegung, die durch die gezielte Unterwanderung des hegemonialen Diskurses die politische Landschaft der Bundesrepublik nachhaltig beeinflusst.
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