Die Neue Rechte versucht seit der Gründung der AfD im Jahr 2013, intellektuelle Konzepte in parlamentarische Macht zu übersetzen. Dabei prallen unterschiedliche Strategien aufeinander: Während Vordenker wie Karl-Heinz Weißmann auf metapolitische Einflussnahme setzen, forcierte Götz Kubitschek die direkte parteipolitische Arbeit und die Radikalisierung durch Akteure wie Björn Höcke. Durch die Instrumentalisierung der Flüchtlingskrise und die Umdeutung der sozialen Frage gelang es, die AfD als Sammelbecken für nationalpopulistische Bestrebungen zu etablieren. Dieser Prozess führte jedoch zu einem inneren Widerspruch: Die Bewegung strebt den Bruch mit dem liberalen Parteienstaat an, ist aber gleichzeitig zunehmend in dessen Strukturen eingebunden. Diese Abhängigkeit gefährdet die ursprüngliche Distanz und zwingt die Akteure zu einem schwierigen Spagat zwischen radikaler Systemkritik und der notwendigen Anpassung an den parlamentarischen Betrieb, was die Zukunftsfähigkeit des gesamten Projekts zunehmend in Frage stellt.
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