
Digitalisierung als Kommunikationsverschiebung: Was passiert aktuell in Organisationen?
Mit Systemtheorie Organisationen anders denken | M und M
Digitalisierung fungiert als fundamentale Verschiebung der Kommunikationsbedingungen, die weit über technische Modernisierung hinausgeht. Aus systemtheoretischer Sicht transformiert die Digitaltechnik durch die scharfe Kopplung von Prozessen – im Gegensatz zu losen, analogen Strukturen – die Art und Weise, wie Organisationen Sinn bilden und Entscheidungen treffen. Während die Evolution der Gesellschaft von der Sprache über den Buchdruck bis zur digitalen Vernetzung neue Verbreitungsmedien hervorbrachte, erzeugt die aktuelle Ära einen Kontrollüberschuss. Dieser Trend zur Vereindeutigung und Messbarkeit reduziert notwendige Ambiguitätstoleranz und schränkt den individuellen Spielraum in Organisationen ein. Anstatt bloßer Effizienzsteigerung durch Algorithmen erfordert die moderne Arbeitswelt daher ein aktives Design von Mehrdeutigkeit, um die für Fortschritt und Resilienz essenziellen Paradoxien und Widersprüche innerhalb komplexer Systeme aufrechtzuerhalten.
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