
Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt sich trotz einer leichten Herbstbelebung weiterhin zäh, wobei die Arbeitslosenzahl saisonbereinigt sogar leicht gestiegen ist. Volkswirt Marc Schattenberg von Deutsche Bank Research identifiziert drei wesentliche Einflussfaktoren: die konjunkturelle Verzögerung, den strukturellen Wandel in Schlüsselindustrien wie der Automobilbranche durch internationalen Wettbewerb und die zunehmende Integration künstlicher Intelligenz. Während die Konjunktur im ersten Halbjahr durch Staatsausgaben und Exporte überraschend robust blieb, bremsen hohe Inflationsraten und eine schwache Konsumneigung den privaten Verbrauch. Ein spürbares Mismatch zwischen den Qualifikationsanforderungen der Unternehmen und dem verfügbaren Arbeitskräfteangebot erschwert zudem die Besetzung offener Stellen. Eine nachhaltige Belebung des Arbeitsmarktes ist erst für den Frühsommer des kommenden Jahres zu erwarten, sofern die Unternehmen ihre Kapazitäten aufgrund verbesserter Auftragslagen sukzessive ausweiten und offene Stellen durch gezielte Neueinstellungen besetzen.
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