16 Aug 2026
39m

Chinesisches Denken - Warum chinesische Intellektuelle den Neoliberalismus feiern

Podcast cover

Sein und Streit

Gegenwärtiges chinesisches Denken bewegt sich jenseits rein ökonomischer Analysen und fokussiert zunehmend auf eine fundamentale Identitätsfindung im globalen Kontext. Drei zentrale Debattenlinien dominieren den Diskurs: die Definition von Modernisierung als Abgrenzung zur Verwestlichung, ein tief verwurzelter Sozialdarwinismus im Sinne nationalen Überlebens sowie die Suche nach einem eigenständigen chinesischen Universalismus. Während der Marxismus historisch als funktionales Werkzeug zur nationalen Selbstbehauptung diente, hat sich die Rolle der Intellektuellen von traditionellen Lehrmeistern hin zu pragmatischen Beratern gewandelt. Heute agieren sie in einem Spannungsfeld zwischen technokratischer Expertise und politischer Opportunität, wobei sie zunehmend versuchen, Ziele und Werte jenseits bloßer Staatsräson zu definieren. Der Journalist und Übersetzer Shi Ming verdeutlicht, dass diese intellektuellen Strömungen maßgeblich beeinflussen, wie China seine Rolle in einer sich wandelnden Weltordnung neu bewertet und legitimiert.

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