Der EU AI Act, das weltweit erste umfassende Regelwerk für künstliche Intelligenz, erlebt eine signifikante Verzögerung: Die strengen Auflagen für Hochrisiko-Systeme wurden um 16 Monate verschoben, um bürokratische Hürden abzubauen und die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Dennoch treten am 2. August 2026 wichtige Transparenzpflichten in Kraft, die Anbieter zur Kennzeichnung von KI-generierten Inhalten und Deepfakes verpflichten. Kritiker sehen in der Verschiebung und den begleitenden Änderungen des „KI-Omnibus“-Pakets einen Erfolg der Industrielobby, die den Gesetzestext maßgeblich beeinflusst hat. Während die Verwaltung vor einem „Innovation Freeze“ warnt, bleibt der risikobasierte Ansatz des Gesetzes zentral, um Grundrechte zu schützen. Die kommenden Monate gelten als Lackmustest, ob die EU trotz des Drucks von Tech-Konzernen ihre Vorreiterrolle bei der Regulierung behaupten und wirksame Schutzmechanismen gegen Missbrauch, wie etwa bei Deepfake-Pornografie, konsequent durchsetzen kann.
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