05 Jul 2026
45m

Geschlechterrollen - Was tun gegen toxische Männlichkeit?

Podcast cover

Sein und Streit

Die Rückkehr autoritärer Männlichkeitsbilder auf die politische Bühne markiert keine einfache Pendelbewegung, sondern eine parallele Polarisierung innerhalb der Gesellschaft. Während ein Teil junger Männer in einer Resouveränisierungsbewegung restriktive, dominante Männlichkeitsnormen verteidigt, wächst gleichzeitig der Anteil jener, die sich aktiv mit patriarchalen Privilegien auseinandersetzen. Männlichkeit erweist sich dabei als prekäre, performative Konstruktion, die durch ständige Selbstoptimierung und Abgrenzung stabilisiert werden muss. Die Faszination für den „starken Mann“ speist sich aus dem Bedürfnis nach Orientierung in einer krisenhaften Welt. Ein gesellschaftlicher Wandel erfordert jedoch mehr als individuelle psychologische Arbeit; notwendig ist eine „Care-Revolution“, die Sorgearbeit und Bedürfniszentrierung über Profit und Wettbewerb stellt. Nur durch die Entkoppelung von Männlichkeit und Dominanz lässt sich ein zukunftsfähiges, reflexives Verständnis von Identität entwickeln, das über veraltete, essenzialistische Rollenbilder hinausgeht.

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