Kommunikation: was Organisationen laut Systemtheorie zusammenhält
Mit Systemtheorie Organisationen anders denken | M und M
Kommunikation fungiert als zentrale Operation sozialer Systeme, die durch den Luhmannschen Dreiklang aus Information, Mitteilung und Verstehen Organisationen strukturiert und zusammenhält. Anstatt Konsens zu erzwingen, dient sie der Komplexitätsreduktion durch spezifische Themenvorräte und formalisierte Kommunikationsnetze, die den Informationsbedarf der Mitglieder steuern. Während formale Strukturen für operative Stabilität sorgen, gleichen informelle Wege Informationsdefizite aus, wobei die Schauseite der Organisation oft idealisierte Bilder nach außen transportiert, um interne Widersprüche und Paradoxien abzufedern. Der Zusammenhalt entsteht dabei weniger durch harmonische Übereinstimmung als durch die Anschlussfähigkeit von Kommunikation, die das System durch Irritationen lebendig hält. Die Erwartungshaltung an Wertschätzung und Transparenz unterliegt einem gesellschaftlichen Wandel, der Organisationen vor die Herausforderung stellt, ihre internen Kommunikationslogiken kontinuierlich an neue Anforderungen anzupassen, ohne den organisationsspezifischen Zweck aus den Augen zu verlieren.
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