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16 May 2026
35m

Wissen in Organisationen – Teil 1: Systemische Grundlagen

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Systemisch - Agil

Wissen und Wissensmanagement lassen sich systemtheoretisch als soziale Kommunikationsprozesse begreifen, die weit über individuelle kognitive Fähigkeiten hinausgehen. Daten fungieren als beobachtbare Unterschiede, die erst durch systeminterne Relevanzkriterien zu Informationen werden, sofern sie Erwartungsstrukturen verändern. Wissen entsteht durch die Integration dieser Informationen in erfahrungsbasierte Praxiskontexte. Da Wissenskommunikation stets das eigene Nichtwissen thematisiert und bestehende Realitätskonstruktionen infrage stellt, begegnen Organisationen neuem Wissen häufig mit Abwehrmechanismen. Effektives Wissensmanagement muss daher weniger die bloße Anhäufung von Daten fokussieren, sondern die Anschlussfähigkeit von Wissen in der Kommunikation sicherstellen. Dabei dient Wissen primär als komplexe Prüfoperation für Informationsverarbeitung und als Mechanismus zur Unsicherheitsabsorption, um trotz der Unvorhersehbarkeit der Umwelt handlungsfähig zu bleiben. Die Unterscheidung zwischen implizitem Know-how und explizitem Expertenwissen sowie die Rolle des Milieuwissens sind dabei entscheidend für die Steuerung organisationaler Lernprozesse.

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