Gernot Böhme und Ernst von Glasersfeld - Klassische Erkenntnistheorie und radikaler Konstruktivismus
Carl-Auer autobahnuniversität
Die Auseinandersetzung zwischen klassischer Erkenntnistheorie und radikalem Konstruktivismus hinterfragt die Annahme einer objektiven, vom Beobachter unabhängigen Realität. Während die klassische Tradition einen ontologischen Dualismus voraussetzt, definiert der radikale Konstruktivismus Wissen als ein System von Konstruktionen, das sich primär durch Viabilität und Kohärenz auszeichnet. Zentrale Streitpunkte bilden die Rolle der klassischen Logik, insbesondere des Identitätsprinzips, sowie die Frage, ob ein konstruktivistischer Ansatz die Basis für ethische Kritik und intersubjektive Verständigung untergräbt. Die Diskussion verdeutlicht, dass Erkenntnis nicht als Abbild einer Außenwelt, sondern als operativer Prozess innerhalb einer Erfahrungswelt fungiert. Dabei erweisen sich rationale Normen und der Konsens zwischen handelnden Subjekten als notwendige Randbedingungen, um trotz des Verzichts auf eine absolute ontologische Grundlage wissenschaftliche und gesellschaftliche Orientierung zu gewährleisten.
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