Das Feature beleuchtet die menschenunwürdigen Zustände in der ehemaligen Kinderstation 19 der psychiatrischen Klinik Altscherbitz in der DDR. Ehemalige Patienten wie Alexander und Katrin sowie Zeitzeugen berichten von einer Verwahrpsychiatrie, in der Kinder ohne therapeutische Förderung in Gitterbetten isoliert, mit Psychopharmaka ruhiggestellt und teilweise körperlicher Gewalt ausgesetzt waren. Die Recherche deckt auf, dass 75 Prozent der dort untergebrachten Kinder keinen klinischen Behandlungsbedarf hatten, sondern aufgrund fehlender Alternativen dauerhaft weggesperrt wurden. Erst nach der Wende ermöglichten Reformprojekte und spezialisierte Einrichtungen wie das Schloss Schönefeld eine individuelle Förderung, die es den Betroffenen erlaubte, grundlegende Fähigkeiten wie Laufen oder soziale Interaktion zu erlernen. Trotz der Aufarbeitung durch Entschädigungsstiftungen bleibt das Schicksal dieser Menschen ein Beispiel für systematisches Unrecht, das bis heute in mangelnden Teilhabemöglichkeiten und Pflegenotständen nachwirkt.
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